Finanzamt wechseln nach Umzug: Das musst du erledigen
Behördengänge nach dem Umzug
Finanzamt wechseln nach Umzug: Das musst du erledigen
Deine neue Adresse meldet das Einwohnermeldeamt automatisch an die Finanzverwaltung weiter, einen eigenen Antrag brauchst du dafür nicht. Der Zuständigkeitswechsel selbst dauert aber Wochen, und in dieser Zeit gehen Post und Lastschriften gern verloren.
Zuständig ist ab dem Umzug das Finanzamt an deinem neuen Wohnsitz. Die Steuer-Identifikationsnummer bleibt lebenslang gleich, die Steuernummer wird dagegen neu vergeben. Ein erteiltes SEPA-Lastschriftmandat wandert nicht mit, das musst du beim neuen Finanzamt neu erteilen. Bis die Akte übergeben ist, vergehen oft vier bis zwölf Wochen. Melde dich deshalb selbst, wenn eine Erklärung offen ist oder eine Erstattung ansteht.
| Auf einen Blick | Wert |
|---|---|
| Kosten | keine, der Wechsel ist gebührenfrei |
| Frist | keine eigene Frist, es gilt die Ummeldefrist von 14 Tagen |
| Dauer Aktenabgabe | 4 bis 12 Wochen bis zur neuen Steuernummer |
| Steuer-Identifikationsnummer | bleibt unverändert, ein Leben lang |
Musst du dem Finanzamt den Umzug melden?
Pflicht ist es nicht. Sobald du dich beim Einwohnermeldeamt ummeldest, übermittelt die Meldebehörde die neue Anschrift an die Finanzverwaltung. Verlassen solltest du dich darauf trotzdem nicht, denn die Übermittlung ist nicht taggenau und die Aktenabgabe zwischen zwei Ämtern dauert oft Wochen.
Melde dich in drei Fällen aktiv: wenn eine Steuererklärung noch in Bearbeitung ist, wenn du eine Erstattung erwartest oder wenn ein Verfahren läuft, also ein Einspruch, eine Stundung oder eine Prüfung. Eine formlose E-Mail oder ein kurzes Schreiben mit Steuernummer, alter und neuer Anschrift reicht. Kein Formular, keine Gebühr.
Voraussetzung ist, dass die Ummeldung überhaupt erfolgt ist. Wie das abläuft und welche Unterlagen du brauchst, steht im Ratgeber Wohnsitz ummelden.
Welches Finanzamt ist nach dem Umzug zuständig?
Für die Einkommensteuer ist das Finanzamt zuständig, in dessen Bezirk du wohnst. Das regelt Paragraf 19 der Abgabenordnung. Maßgeblich ist der Zeitpunkt, zu dem du die Erklärung abgibst, nicht das Jahr, für das sie gilt. Ziehst du im Februar um und reichst danach die Erklärung für das Vorjahr ein, geht sie an das neue Finanzamt.
| Bereich | Zuständiges Finanzamt | Was sich beim Umzug ändert |
|---|---|---|
| Einkommensteuer | Wohnsitzfinanzamt | wechselt mit dem neuen Wohnsitz, neue Steuernummer |
| Umsatzsteuer | Finanzamt am Ort der Unternehmenstätigkeit | wechselt nur, wenn auch der Betrieb umzieht |
| Gewerbebetrieb | Betriebsfinanzamt am Ort der Geschäftsleitung | bleibt, solange die Geschäftsleitung dort ist |
| Vermietete Immobilie | Lagefinanzamt am Ort des Grundstücks | bleibt unverändert, unabhängig von deinem Wohnsitz |
| Grundsteuer | Lagefinanzamt | bleibt, nur die Zustelladresse ändert sich |
Bei zwei Wohnsitzen entscheidet der Lebensmittelpunkt, nicht die Hauptwohnung im Melderegister allein. Wer aus beruflichen Gründen einen zweiten Wohnsitz führt, sollte das sauber dokumentieren. Details dazu stehen unter Zweitwohnsitz anmelden.
Was passiert mit Steuernummer und Steuer-ID?
Beide werden regelmäßig verwechselt, verhalten sich aber gegensätzlich. Die Steuer-Identifikationsnummer mit elf Ziffern bekommst du bei der Geburt und behältst sie ein Leben lang. Sie bleibt beim Umzug unverändert, auch beim Wechsel des Bundeslandes.
Die Steuernummer gehört dagegen zum Finanzamt. Wechselst du den Bezirk, vergibt das neue Amt eine neue Nummer und die alte wird geschlossen. Bis dahin gilt weiter die alte. Das erzeugt in der Übergangszeit zwei typische Fehler: Erklärungen laufen unter der falschen Nummer, oder Bescheide gehen an die alte Adresse und kommen als unzustellbar zurück.
- Neue Nummer abwarten: Sie kommt mit dem ersten Bescheid oder auf Nachfrage beim neuen Amt.
- Alte Nummer weiter angeben, solange keine neue vorliegt. Die Ämter ordnen intern zu.
- Nachsendeauftrag setzen: Steuerbescheide werden nicht nachgesendet, wenn kein Auftrag läuft, und Einspruchsfristen laufen trotzdem.
Warum du dein Lastschriftmandat neu erteilen musst
Das ist der teuerste Fehler in dieser Liste. Ein SEPA-Lastschriftmandat gilt gegenüber dem Finanzamt, bei dem du es erteilt hast. Wechselt die Zuständigkeit, endet die Wirkung. Vorauszahlungen werden dann nicht mehr eingezogen, und du bemerkst es erst, wenn eine Mahnung kommt.
Säumniszuschläge betragen ein Prozent des rückständigen Betrags pro angefangenem Monat. Bei einer Vorauszahlung von 2.400 Euro sind das 24 Euro monatlich, allein wegen eines fehlenden Formulars. Lade das SEPA-Mandat von der Website deines neuen Finanzamts, trag die neue Steuernummer ein und schick es unterschrieben hin. Erstattungen laufen weiter auf das bekannte Konto, dafür brauchst du nichts zu tun.
Was müssen Selbstständige zusätzlich erledigen?
Bei Selbstständigen hängen mehrere Nummern und Fristen zusammen. Ziehst du privat um, bleibt dein Betriebsfinanzamt unverändert, solange die Geschäftsleitung am alten Ort sitzt. Zieht auch der Betrieb, wechselt zusätzlich die Zuständigkeit für Umsatz- und Gewerbesteuer.
- Formlose Mitteilung: Ein neuer Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ist bei einem reinen Umzug nicht nötig, ein Schreiben reicht.
- Neue Steuernummer auf Rechnungen: Ab dem Wechsel gehört die neue Nummer in jede Rechnung, sonst fehlt eine Pflichtangabe.
- Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: Sie bleibt bestehen, wird aber dem neuen Amt zugeordnet.
- Dauerfristverlängerung prüfen: Sie läuft in der Regel weiter, die Sondervorauszahlung wird beim neuen Amt geführt.
- Gewerbeamt nicht vergessen: Bei einem Betriebsumzug ist eine Ummeldung des Gewerbes fällig, sie kostet meist 20 bis 60 Euro.
Wie änderst du die Adresse in ELSTER?
Im ELSTER-Benutzerkonto änderst du die Anschrift im Profil unter den persönlichen Daten. Dein Zertifikat bleibt gültig, du musst es nicht neu beantragen. Sobald die neue Steuernummer vorliegt, trägst du sie im Profil nach und nutzt sie für die nächste Übermittlung.
Zusätzlich gibt es in ELSTER das Formular zur Änderung der Adresse, mit dem du die neue Anschrift direkt an das Finanzamt übermittelst. Das ist der schnellste Weg, wenn eine Erstattung ansteht und du nicht warten willst, bis die Meldedaten durchgelaufen sind.
Welche Umzugskosten kannst du absetzen?
War der Umzug beruflich veranlasst, sind die Kosten Werbungskosten in voller Höhe. Dazu zählen Speditionsrechnung, Halteverbot, Fahrten zur Wohnungsbesichtigung, doppelte Miete während der Überschneidung und die Maklergebühr für die Mietwohnung. Beruflich veranlasst ist ein Umzug unter anderem, wenn sich der Arbeitsweg täglich um mindestens eine Stunde verkürzt.
War er privat, greift die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen: 20 Prozent der reinen Arbeitskosten, höchstens 4.000 Euro im Jahr. Material ist nicht begünstigt, und die Rechnung muss überwiesen worden sein. Barzahlung erkennt das Finanzamt nicht an. Welche Belege du sammeln musst, steht im Ratgeber Umzug steuerlich absetzen. Alle übrigen Stellen, die von der neuen Adresse erfahren müssen, listet die Adressänderung-Checkliste.
Muss ich dem Finanzamt den Umzug selbst melden?
Pflicht ist es nicht, das Meldeamt übermittelt die Anschrift automatisch. Melde dich trotzdem, wenn eine Erklärung offen ist, eine Erstattung ansteht oder ein Einspruch läuft. Ein formloses Schreiben genügt.
Ändert sich meine Steuernummer?
Ja, beim Wechsel des Finanzamtsbezirks bekommst du eine neue Steuernummer. Die elfstellige Steuer-Identifikationsnummer bleibt dagegen unverändert, sie gilt lebenslang und ist vom Wohnort unabhängig.
Wie lange dauert der Wechsel?
Die Aktenabgabe zwischen altem und neuem Finanzamt dauert meist vier bis zwölf Wochen. In dieser Zeit gibst du weiter die alte Steuernummer an, die Ämter ordnen deine Unterlagen intern zu.
Gilt mein Lastschriftmandat weiter?
Nein. Das Mandat gilt nur gegenüber dem Finanzamt, bei dem du es erteilt hast. Erteile es beim neuen Amt neu, sonst bleiben Vorauszahlungen offen und es entstehen Säumniszuschläge.
Welches Finanzamt ist bei einer vermieteten Wohnung zuständig?
Für die Immobilie bleibt das Finanzamt am Ort des Grundstücks zuständig, unabhängig davon, wo du wohnst. Nur deine Einkommensteuer wandert an das Finanzamt deines neuen Wohnsitzes.
Weitere Themen aus „Allgemein“
- Umzugsunternehmen Berlin: Anbieter mit guten Bewertungen und klaren Preisen
- Teppichboden beim Auszug entfernen: Pflicht oder nicht?
- Mietkautionsbürgschaft statt Kaution: Kosten und Fallstricke
- Luftpolsterfolie ersetzen: umweltfreundlich packen beim Umzug
- Kita wechseln nach dem Umzug: Anmeldung, Fristen und Platzsuche

Schreibe einen Kommentar