Mietkautionsbürgschaft statt Kaution: Kosten und Fallstricke

September 10, 2026

Kaution ohne Eigenkapital

Mietkautionsbürgschaft statt Kaution: Kosten und Fallstricke

Eine Mietkautionsbürgschaft kostet meist 4 bis 6 Prozent der Kautionssumme pro Jahr und du bekommst davon nichts zurück. Sie verschafft dir Liquidität beim Einzug, nimmt dir die Haftung aber nicht ab.

Bei einer Kaution von 2.400 Euro zahlst du je nach Anbieter rund 100 bis 145 Euro im Jahr. Nach vier Jahren sind das 400 bis 580 Euro, die dauerhaft weg sind. Kommt es zu einem Schaden, zahlt der Bürge zuerst an den Vermieter und holt sich das Geld anschließend bei dir. Wer die Kaution aufbringen kann, fährt mit der gesetzlich erlaubten Zahlung in drei Raten günstiger.

Auf einen BlickWert
Jahresgebührmeist 4 bis 6 Prozent der Kautionssumme
Mindestbeitragoft 40 bis 60 Euro im Jahr
Höhe der Kautionhöchstens drei Nettokaltmieten, Paragraf 551 BGB
Alternative ohne KostenZahlung in drei gleichen Monatsraten

Wie funktioniert eine Mietkautionsbürgschaft?

Statt Geld zu hinterlegen, stellst du deinem Vermieter eine Urkunde. Darin verpflichtet sich ein Dritter, im Schadensfall bis zur Kautionshöhe zu zahlen. Als Bürgen treten drei Gruppen auf.

  • Versicherer und Kautionsdienste, die das Produkt online anbieten und meist nur eine Schufa-Abfrage machen
  • Banken, die eine Avalbürgschaft ausstellen, oft aber ein Guthaben oder eine Bonitätsprüfung verlangen
  • Private Bürgen, etwa Eltern, die selbstschuldnerisch mit ihrem Vermögen haften

Der Ablauf ist schlank: Antrag stellen, Bonität prüfen lassen, Urkunde erhalten, im Original beim Vermieter abgeben. Zwischen Antrag und Urkunde liegen bei Onlineanbietern oft nur ein bis drei Werktage, was bei kurzfristigen Vertragsabschlüssen der eigentliche Vorteil ist. Die Kaution selbst darf drei Nettokaltmieten nicht übersteigen, Betriebskostenpauschalen zählen nicht mit.

Was kostet sie wirklich?

Die Gebühr wird jährlich fällig, solange das Mietverhältnis läuft. Sie ist keine Ansparung, sondern der Preis für die Absicherung. Darin liegt der große Unterschied zur Barkaution, die du am Ende zurückbekommst.

NettokaltmieteKautionGebühr bei 5 ProzentKosten nach 4 Jahren
600 Euro1.800 Euro90 Euro im Jahr360 Euro
800 Euro2.400 Euro120 Euro im Jahr480 Euro
1.100 Euro3.300 Euro165 Euro im Jahr660 Euro
1.400 Euro4.200 Euro210 Euro im Jahr840 Euro

Bankbürgschaften liegen mit rund 1 bis 2 Prozent Avalprovision niedriger, verlangen aber häufig ein gesperrtes Guthaben in Höhe der Bürgschaft. Dann sparst du nichts, weil das Geld trotzdem gebunden ist. Die Werte sind Richtwerte für 2026, die genauen Konditionen stehen im Angebot des Anbieters.

Rechne ehrlich mit deiner voraussichtlichen Wohndauer. Bei zwei Jahren bleibt die Gebühr überschaubar. Bei acht Jahren zahlst du für eine Kaution von 2.400 Euro rund 960 Euro und hast am Ende nichts davon.

Der Denkfehler: die Bürgschaft ersetzt die Kaution nicht

Viele Anbieter werben mit dem Satz, die Kaution entfalle. Das stimmt nur beim Einzug. Deine Haftung bleibt vollständig bestehen.

Verlangt dein Vermieter nach dem Auszug Geld, weil Schäden offen sind oder Miete fehlt, zahlt zunächst der Bürge. Danach holt er sich den Betrag bei dir zurück, oft in einer Summe. Statt einer bereits hinterlegten Kaution hast du dann eine offene Forderung, mitten im Umzug. Bei einer Barkaution ist das Geld dagegen längst angelegt und der Vermieter muss es getrennt von seinem Vermögen führen, die Zinsen stehen dir zu.

Dazu kommt: Die Bürgschaft ist meist selbstschuldnerisch. Der Bürge zahlt also, ohne dass der Vermieter zuerst gegen dich vorgehen muss. Prüfe deshalb jede Forderung genau, bevor du sie bestätigst. Was der Vermieter überhaupt einbehalten darf und welche Fristen gelten, steht im Ratgeber Mietkaution zurückbekommen. Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung, im Einzelfall entscheidet das zuständige Gericht.

Bürgschaft oder Ratenzahlung: was lohnt wann?

Das Gesetz gibt dir eine kostenlose Alternative. Du darfst die Kaution in drei gleichen Monatsraten zahlen, die erste zu Beginn des Mietverhältnisses, die weiteren mit den folgenden Mietzahlungen. Das steht in Paragraf 551 des Bürgerlichen Gesetzbuchs und lässt sich vertraglich nicht zu deinen Lasten ausschließen.

KriteriumBürgschaftKaution in drei Raten
Belastung beim Einzugnur die Jahresgebührein Drittel der Kaution
Laufende Kosten4 bis 6 Prozent im Jahrkeine
Geld zurück am Endeneinja, inklusive Zinsen
Bonitätsprüfungja, Schufa-Abfrage üblichnein
Zustimmung des Vermieterserforderlichgesetzlich zugesichert

Die Bürgschaft lohnt sich in einer klaren Lage: Du ziehst um, die alte Kaution ist noch nicht zurück, und du brauchst dasselbe Geld gleichzeitig für Umzugsfirma und Möbel. Für diese Übergangsphase ist sie ein Werkzeug. Als Dauerlösung über acht Jahre ist sie teuer. Manche Anbieter erlauben den späteren Wechsel zur Barkaution, das solltest du vor Vertragsschluss prüfen.

Muss dein Vermieter die Bürgschaft akzeptieren?

Nein. Anspruch hast du nur auf die Ratenzahlung der Geldkaution. Welche Art von Sicherheit vereinbart wird, entscheiden beide Seiten gemeinsam. Steht im Mietvertrag eine Barkaution, kannst du keine Bürgschaft erzwingen.

In der Praxis läuft es unterschiedlich. Große Wohnungsgesellschaften akzeptieren Bürgschaften bekannter Anbieter meist ohne Rückfrage. Private Vermieter lehnen sie häufiger ab, weil sie im Schadensfall erst eine Urkunde einreichen müssen, statt auf ein Konto zuzugreifen. Frag deshalb vor der Vertragsunterschrift und lass die Antwort im Mietvertrag festhalten. Erst danach schließt du die Bürgschaft ab, sonst zahlst du eine Gebühr für ein Papier, das niemand annimmt. Wie du beim Wohnungswechsel insgesamt vorgehst, zeigt der Beitrag Mietvertrag kündigen.

Warum zahlen viele Mieter nach dem Auszug weiter?

Weil die Bürgschaft nicht automatisch endet. Sie läuft, bis der Vermieter den Bürgen schriftlich aus der Haftung entlässt und die Originalurkunde zurückgibt. Passiert das nicht, bucht der Anbieter Jahr für Jahr weiter ab, auch wenn du längst woanders wohnst.

So beendest du sie sauber: Nach der Wohnungsübergabe forderst du den Vermieter schriftlich auf, die Urkunde herauszugeben, mit einer Frist von zwei bis vier Wochen. Die Urkunde schickst du im Original an den Anbieter und kündigst gleichzeitig den Vertrag. Bewahre die Bestätigung auf. Vermieter dürfen die Sicherheit noch eine angemessene Zeit halten, um Nebenkosten abzurechnen, üblich sind wenige Monate bis zur nächsten Abrechnung. Danach gibt es keinen Grund mehr, die Urkunde zu behalten.

Prüfe im selben Zug alle weiteren Papiere rund um den Auszug. Dazu gehören das Übergabeprotokoll und, wenn du eine neue Wohnung suchst, die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung. Wie der Übergabetermin selbst abläuft, steht im Ratgeber Wohnungsübergabe beim Auszug.

Was kostet eine Mietkautionsbürgschaft im Jahr?

Meist 4 bis 6 Prozent der Kautionssumme, oft mit Mindestbeitrag von 40 bis 60 Euro. Bei 2.400 Euro Kaution sind das rund 100 bis 145 Euro jährlich.

Bekomme ich das Geld am Ende zurück?

Nein. Die Gebühr ist der Preis für die Absicherung und wird nicht erstattet. Nur eine hinterlegte Barkaution fließt nach dem Auszug zurück, samt Zinsen.

Muss der Vermieter eine Bürgschaft annehmen?

Nein. Ein Anspruch besteht nur auf die Zahlung der Kaution in drei Monatsraten. Kläre die Frage vor der Vertragsunterschrift und halte die Antwort schriftlich fest.

Wann lohnt sich die Bürgschaft?

Wenn die alte Kaution noch gebunden ist und du das Geld gleichzeitig für den Umzug brauchst. Als Dauerlösung über viele Jahre wird sie teuer.

Wie kündige ich die Bürgschaft nach dem Auszug?

Fordere die Originalurkunde beim Vermieter mit Frist an, sende sie an den Anbieter und kündige schriftlich. Ohne Rückgabe läuft die Gebühr weiter.

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