Umzug nach Österreich: Was du beachten musst
Auslandsumzug innerhalb der EU
Umzug nach Österreich: Was du beachten musst
Der Umzug nach Österreich ist rechtlich einfach, aber die Fristen sind kurz. Drei Tage für den Meldezettel, ein Monat für das Auto, dazu ein Wechsel des kompletten Sozialversicherungssystems.
Nach der Einreise musst du dich innerhalb von drei Tagen mit dem Meldezettel bei der Gemeinde oder dem Magistrat anmelden, unterschrieben vom Unterkunftgeber. In Deutschland meldest du dich beim Einwohnermeldeamt ab, frühestens eine Woche vor dem Auszug. Zoll fällt nicht an, weil Österreich zur EU gehört, dein Umzugsgut reist frei mit. Teuer wird nur das Auto: Bei der Zulassung in Österreich rechnest du mit der Normverbrauchsabgabe, dazu kommen Vignette und Ummeldegebühren.
| Auf einen Blick | Wert |
|---|---|
| Kosten 3-Zimmer-Wohnung | 1.900 bis 3.400 Euro je nach Startort |
| Entfernung München bis Wien | 440 km, ab Berlin rund 680 km |
| Dauer | 1 bis 2 Tage Transport, Beiladung 3 bis 10 Tage |
| Frist Meldezettel | 3 Tage nach Bezug der Unterkunft |
Wie funktioniert die Anmeldung in Österreich?
Österreich nennt das Formular Meldezettel. Du füllst ihn aus, lässt ihn vom Unterkunftgeber unterschreiben und gibst ihn innerhalb von drei Tagen nach dem Einzug beim Meldeservice ab. Zuständig ist in Wien das Magistratische Bezirksamt, in kleineren Orten das Gemeindeamt. Die Anmeldung selbst kostet nichts, eine Meldebestätigung gibt es gegen eine kleine Gebühr.
Mitbringen musst du deinen Personalausweis oder Reisepass sowie den unterschriebenen Meldezettel. Für jede Person im Haushalt braucht es ein eigenes Formular, auch für Kinder. Wer die Frist verstreichen lässt, riskiert eine Verwaltungsstrafe, die in der Praxis meist mit einer Ermahnung beginnt.
In Deutschland gehst du vorher zum Einwohnermeldeamt und meldest dich ins Ausland ab. Das geht frühestens eine Woche vor dem Auszug und spätestens zwei Wochen danach. Die Abmeldebestätigung solltest du aufheben, denn Krankenkasse, Rundfunkbeitrag und Finanzamt fragen danach. Als EU-Bürger brauchst du kein Visum, bei einem Aufenthalt über drei Monate aber eine Anmeldebescheinigung bei der Niederlassungsbehörde.
Was kostet ein Umzug nach Wien, Salzburg oder Innsbruck?
Entscheidend sind Volumen und Startort. Aus Süddeutschland ist Salzburg oder Innsbruck kaum teurer als ein Umzug innerhalb Deutschlands. Aus Norddeutschland nach Wien liegen fast 700 Kilometer dazwischen, dann wird der Transport meist auf zwei Tage gelegt.
| Wohnung | Volumen | ab Süddeutschland | ab Nord- und Ostdeutschland |
|---|---|---|---|
| 1 Zimmer, bis 35 m² | 8 bis 15 m³ | 900 bis 1.500 Euro | 1.300 bis 2.000 Euro |
| 2 Zimmer, 45 bis 60 m² | 18 bis 25 m³ | 1.400 bis 2.200 Euro | 1.900 bis 2.800 Euro |
| 3 Zimmer, 65 bis 85 m² | 28 bis 38 m³ | 1.900 bis 2.900 Euro | 2.500 bis 3.400 Euro |
| 4 Zimmer, ab 90 m² | 40 bis 55 m³ | 2.700 bis 4.000 Euro | 3.400 bis 4.900 Euro |
Eine Beispielrechnung für eine Dreizimmerwohnung mit 75 Quadratmetern von München nach Wien, zweiter Stock ohne Aufzug, Stand 2026: Grundpreis für 32 Kubikmeter 1.750 Euro, Etagenzuschlag 160 Euro, zwei Halteverbotszonen 240 Euro, Verpackungsmaterial 90 Euro, Ab- und Aufbau der Möbel 240 Euro. Macht 2.480 Euro als Festpreis. Mit einer Beiladung landest du bei 900 bis 1.300 Euro, musst dafür aber ein Lieferfenster von mehreren Tagen einplanen.
Gilt für Umzugsgut und Haustiere eine Zollpflicht?
Nein. Österreich ist EU-Mitglied und Teil des Binnenmarkts, dein Hausrat wird nicht verzollt und nicht besteuert. Du brauchst weder eine Zollanmeldung noch ein Inventarverzeichnis für die Behörde. Eine Packliste ist trotzdem sinnvoll, weil sie im Schadensfall gegenüber der Spedition dein Beweismittel ist.
Für Hund, Katze und Frettchen gilt die EU-Regelung. Das Tier braucht einen Mikrochip, einen EU-Heimtierausweis und eine gültige Tollwutimpfung. Die Erstimpfung muss mindestens 21 Tage vor der Einreise erfolgt sein, sonst ist die Einreise nicht zulässig. Junghunde unter zwölf Wochen dürfen deshalb praktisch nicht mitreisen. In Wien musst du deinen Hund außerdem bei der Stadt anmelden und Hundeabgabe zahlen, für einige Rassen gilt zusätzlich ein Hundeführschein.
Was passiert mit deinem Auto?
Sobald du deinen Hauptwohnsitz in Österreich hast, darfst du dein Fahrzeug nur noch begrenzte Zeit mit deutschem Kennzeichen fahren. Die Zulassung in Österreich ist innerhalb eines Monats fällig. Diese Punkte gehören dazu:
- Normverbrauchsabgabe (NoVA): Sie wird bei der Zulassung fällig und richtet sich nach dem CO2-Wert. Je nach Fahrzeug reicht das von wenigen hundert bis zu mehreren tausend Euro. Die frühere Ausnahme für Übersiedlungsgut greift nicht mehr automatisch, lass die Summe vor dem Umzug beim Finanzamt oder von einem Steuerberater berechnen.
- Genehmigungsdaten: Für die Zulassung brauchst du die deutsche Zulassungsbescheinigung Teil I und II sowie meist ein Datenauszug oder ein Gutachten nach Paragraf 31 KFG.
- Versicherung: Ein österreichischer Kfz-Versicherer stellt die Deckungskarte aus, ohne die keine Zulassung erfolgt.
- Vignette: Für Autobahnen und Schnellstraßen brauchst du die digitale Vignette. Die Jahresvignette kostet rund 100 Euro, es gibt sie auch für 10 Tage, 2 Monate oder 1 Jahr.
- Führerschein: Der EU-Führerschein bleibt gültig, ein Umtausch ist nicht nötig.
Wie regelst du Krankenversicherung und E-Card?
Mit dem Umzug wechselst du das Sozialversicherungssystem. Nimmst du in Österreich eine Arbeit auf, bist du automatisch pflichtversichert, in der Regel bei der Österreichischen Gesundheitskasse. Dein Arbeitgeber meldet dich an, wenige Wochen später kommt die E-Card per Post. Sie ist Versichertenkarte und Ausweis in einem, du zeigst sie in jeder Ordination vor.
Deine deutsche Krankenkasse kündigst du erst, wenn die österreichische Anmeldung bestätigt ist. Eine Lücke zwischen beiden Systemen darf nicht entstehen. Bis die E-Card da ist, hilft eine Betreuungsbestätigung der Gesundheitskasse. Wer nicht arbeitet, etwa als Rentner oder Studentin, klärt vorab mit der deutschen Kasse das Formular S1 oder schließt eine Selbstversicherung ab. Achte auch auf die Rentenversicherung: Beitragszeiten in beiden Ländern werden später zusammengerechnet, weshalb du Nachweise über deutsche Zeiten aufbewahren solltest.
Welche Checkliste führt sicher durch den Umzug?
- 8 Wochen vorher: Mietvertrag in Deutschland kündigen, drei Umzugsangebote mit Videobesichtigung einholen, Wohnungssuche in Österreich abschließen.
- 6 Wochen vorher: Umzugsfirma verbindlich buchen, Arbeitsvertrag und Meldeadresse fixieren, Tollwutimpfung des Haustiers prüfen.
- 4 Wochen vorher: Strom, Gas, Internet und Rundfunkbeitrag in Deutschland kündigen, Nachsendeauftrag ab dem Umzugstag beauftragen.
- 3 Wochen vorher: Halteverbotszonen an beiden Adressen bestellen, NoVA für das Auto berechnen lassen, Bankkonto in Österreich eröffnen.
- 1 Woche vorher: Abmeldung beim deutschen Einwohnermeldeamt, Zählerstände notieren, Wohnungsübergabe terminieren.
- Umzugstag: Übergabeprotokoll unterschreiben, Packliste abhaken, Dokumente und Wertsachen selbst transportieren.
- Innerhalb von 3 Tagen: Meldezettel abgeben.
- 2 Wochen danach: Auto zulassen, Vignette kaufen, E-Card prüfen, Kinder in Schule oder Kindergarten anmelden.
Wie schnell muss ich mich in Österreich anmelden?
Innerhalb von drei Tagen nach dem Bezug der Wohnung. Du gibst den vom Unterkunftgeber unterschriebenen Meldezettel beim Gemeindeamt oder Magistrat ab, in Wien beim Magistratischen Bezirksamt.
Was kostet ein Umzug von Deutschland nach Wien?
Für eine Dreizimmerwohnung zahlst du ab Süddeutschland 1.900 bis 2.900 Euro, ab Norddeutschland 2.500 bis 3.400 Euro. Eine Beiladung liegt deutlich darunter, dauert aber länger.
Muss ich mein Umzugsgut verzollen?
Nein, Österreich gehört zur EU und zum Binnenmarkt. Es fallen weder Zoll noch Einfuhrsteuer an. Eine Packliste brauchst du trotzdem, als Nachweis gegenüber der Spedition.
Kann ich mein deutsches Auto behalten?
Du musst es nach dem Wechsel des Hauptwohnsitzes innerhalb eines Monats in Österreich zulassen. Dabei fällt in der Regel die Normverbrauchsabgabe an, deren Höhe vom CO2-Wert abhängt.
Wann bekomme ich die E-Card?
Der Arbeitgeber meldet dich bei der Gesundheitskasse an, die E-Card kommt danach per Post. Bis dahin nutzt du eine Betreuungsbestätigung. Kündige deine deutsche Kasse erst nach der Bestätigung.
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